Dienstag, 10. November 2009

Darkness




Sie stand da, einfach nur da und schaute die Klippe hinab. Die Sonne war bereits aufgegangen und tauchte das Tal in ein neues frisches Licht. Die steinige Klippe wirkte rot, golden mit neuem Tageslicht. Sie trat einige Schritte näher an den Rand heran, so dass kleine Steinchen sich lösten und zu einer kaum bemerkbaren Lawine wurden. Trotz des frühen Morgens war es ziemlich windig, so dass sich dunkle Wolken mit den kleinen Hellen mischten und Bilder in den Himmel malten, die nur sie verstand. Der nun frisch aufkommende Wind drückte ihr hauchdünnes Kleid an ihren Körper. Ihr wurde langsam kalt. Trotzdem atmete sie ein paar mal tief ein und ließ die letzte Nacht Revue passieren.
Es hätte nicht passieren sollen und doch es war richtig gewesen. Die Einsamkeit hatte sie zusammen geführt und für ein paar Stunden das Übel was ihnen widerfahren war vergessen lassen. In seinen Armen hatte sie sich sicher gefühlt, geborgen und verstanden gefühlt.
Sie hatten keine Geheimnisse voreinander gehabt und die Wahrheit in ihren Worten hatte sich in pure Leidenschaft verwandelt.
Er wurde immer kälter, so dass sie ihre Arme um ihren Körper schlung.
Sie seufzte leise als sie wieder in ihre Erinnerungen abdriftete. Er war so warm gewesen. Seine reine, ebenmäßige Haut hatte im Licht des Lagerfeuers weich und einladend gewirkt. Sie hatte ihm einfach nicht wiedersehen können.
Die Sonne war nun hinter den Wolken verschwunden und es begann langsam zu regnen. Ihr hauchdünnes Kleid nahm den Regen sofort auf und klebte nach wenigen Minuten an ihrer Haut. Sie genoss den warmen Regen und sog die klare, saubere Luft tief in ihre Lungen ein.
Dann, auf einmal legten dich Hände auf ihre Hüften und weiche Lippen berührten sachte ihren bleichen schlanken Hals, nachdem ihre Haare behutsam zur Seite gestrichen wurden.
Bei dieser Berührung zuckten kleine Blitze durch ihren ganzen Körper. Ein leises Stöhnen entfuhr ihren Lippen, den sie wusste wer hinter ihr war.
Mit einem Ruck drehte sie sich um und schaute in seine tiefschwarzen Augen. Doch sie könnte seinem fördernden Blick nicht standhalten, also schloss sie ihre Augen und suchte seine Lippen. Sie küssten sich lange und innig. Erst langsam, fast sachte und dann fordernd und wild. Ein paar mal biss sie ihm auf die Lippe, nur so zum Spaß. Er drückte sie noch mehr an sich. Doch obwohl der Kuss so zart, wild, leidenschaftlich und atemberaubend war, hob sie nicht ab, sondern blieb auf dem Boden. Sie verfolgte im Kopf den Weg seiner Hände.
Hüfte, Rücken, Arme, Schultern, Nacken, Hals. HALS.
Seine Hände schlungen sich um ihren Hals, seine Lippen lösten sich und sein tiefschwarzen Augen bohrte ich in ihre. Sie zeigten ihr die Wahrheit, die nackte Wahrheit die ihr Gänsehaut bereitete und bis jetzt tief in ihm verborgen geblieben war. Auf einmal verschwand der Boden unter ihren Füßen und sie klammerte sich an seine Arme um nicht vollkommen ins Leere zu stürzten. Nicht mal ein Schrei war ihr entwichen. Nach Luft ringend und zappelnd versuchte sie endlich wieder Boden unter ihren nackten Füßen zu finden, doch der Druck um ihren Hals wurde immer stärker. Kleine Blitze tanzen in ihren Kopf und ihr wurden übel. Mit letzter Kraft würgte sie das Wort „Warum??“ hervor und erhielt ein teuflisches Grinsen eher der Druck um ihren Hals urplötzlich verschwand und sie in die Tiefe fiel. Immer weiter. Bis die Dunkelheit sie verschlang.

Ende!!

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